Antrag für IGS vom Kreistag mit knapper Mehrheit abgelehnt
Vor der Kreistagssitzung am vergangenen Freitag überreichte Verbandsbürgermeister Johannes Bell eine Petition mit mehr als 2.000 Unterschriften für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Brohltal an Landrätin Cornelia Weigand. Die Initiative der Verbandsgemeinde Brohltal zeige deutlich den Wunsch vieler Eltern und Bürger nach einer wohnortnahen Möglichkeit, das Abitur wohnortnah zu erwerben, betonte Bell.
Bereits seit geraumer Zeit setzt sich die FWG-Kreistagsfraktion für die Errichtung einer IGS im Brohtal ein. „Mit der Möglichkeit, dass unsere Kinder auch in der zweitgrößten Kommune des Kreises ihr Abitur ablegen können, stärken wir auch den ländlichen Raum“, betonte Friedhelm Münch, Kreisfraktionssprecher der FWG. Die langen Busfahrten zur nächstgelegenen IGS in Remagen oder zu den fünf Gymnasien in Bad Neuenahr-Ahrweiler könnten damit deutlich reduziert werden.
Gemeinsam mit der SPD-Kreistagsfraktion hatte die FWG daher den Antrag gestellt, der Empfehlung des vorliegenden biregio-Gutachtens zu folgen und den Standort für die zweite IGS in Niederzissen vorzusehen, wo die bestehende Realschule plus bereits einen ausgezeichneten Ruf genießt. „Der Verbandsgemeinderat Brohltal hat sich zuvor fraktionsübergreifend einstimmig für die Einrichtung einer IGS ausgesprochen“ hob Johannes Bell hervor.
Die in dem Zusammenhang gestartete Online-Petition übertraf das notwendige Quorum deutlich und erhielt innerhalb kurzer Zeit über 2.000 Unterstützungsunterschriften. Zur Übergabe an die Landrätin hatte sich eine große Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunalpolitiker im Kreishaus eingefunden und verlieh damit der Forderung eindrucksvoll Nachdruck.
Trotz intensiver Diskussion und der seitens FWG und SPD eingebrachten Argumente wurde der Antrag vom Kreistag knapp mit 20 zu 18 Stimmen abgelehnt. Für die FWG-Kreistagsfraktion ist die starke Beteiligung an der Petition für die IGS jedoch ein wichtiges Zeichen: „Die große Unterstützung zeigt, wie lebendig unsere demokratischen Prozesse sind. Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern sowie dem VG-Rat Brohltal für ihr Engagement“, so Münch.
Die FWG kündigt an, sich weiterhin für bessere schulische Möglichkeiten im ländlichen Raum einzusetzen: „Auch wenn der Antrag heute abgelehnt wurde – wir bleiben dran!“
